Aufklärung
Krankheiten und genetische Risiken - trotz aller Sorgfalt. Themen, über die oft geschwiegen wird.
Zucht ist mehr als schöne Bilder von Welpen. Zucht ist Verantwortung: vor, während und nach dem Leben.
Ich möchte nicht nur Hunde züchten, ich möchte Bewusstsein schaffen. Es gibt Themen, über die in der Hundezucht (auch andere Tierartzuchten) zu selten offen gesprochen wird. Themen, die nicht angenehm sind, aber dazugehören. Genau da beginnt Verantwortung.
Auch bei grösster Umsicht, medizinischer Vorsorge und züchterischer Verantwortung gibt es Krankheiten, die sich nicht vorsehen oder verhindern lassen. Beispielweise Epilepsie, Krebs oder andere systemische Erkrankungen, sie treten manchmal trotz gesunder Elterntiere auf. Das ist schmerzhaft und steht nicht im Einklang mit meinem Ziel und doch gehört es zur Realität.
Was wir beeinflussen können und konsequent umsetzen.
Ich halte mich an die strengen Richtlinien des FCI und führe alle zuchtrelevanten rassespezifischen (SKBS) Untersuchungen «Zuchttauglichkeitsprüfung» durch, zum Beispiel:
- HD- und ED-Röntgen
- Blutanalysen und genetische Tests
- Wesensüberprüfungen und Belastbarkeit
Das reduziert Risiken, aber es ersetzt keine Garantie. Zucht ist und bleibt auch Natur.
Geburt, der oft verschleierte Ernst des Anfangs.
Die Geburt ist der Beginn des Lebens, aber nicht immer ein leichter.
Totgeburten, Missbildungen, Komplikationen, Notkaiserschnitte. Auch das gehört zur Wahrheit einer Zucht. Manchmal läuft alles rund. Manchmal nicht. Das verlangt medizinisches Wissen, klare Entscheidungen und emotionale Stärke. Für die Hündin ist eine Geburt nicht nur körperlich, sondern auch emotional fordernd. Sie braucht Ruhe, Sicherheit und ihre vertraute Bezugsperson an ihrer Seite. Für mich gehört dazu, dass eine Hündin diesen intimen Moment nicht bei fremden Menschen oder an einem fremden Ort durchleben muss. Aus diesem Grund entspricht das Zuchtrechtsystem nicht meiner Haltung.
Diese Aspekte sieht man auf keinem Welpen Bild aber sie sind da. Und wer ehrlich züchtet, trägt auch das. Denn jede Geburt bringt nicht nur neues Leben, sondern auch Verantwortung bis weit über den Moment hinaus.
Zwischen Vertrauen, Auswahl und Abschied.
Ein weiterer Bereich, über den selten gesprochen wird: der Mensch hinter dem Welpen, der Käufer. Viele Menschen wünschen sich einen Hund und wissen genau, was sie einem Züchter sagen müssen, um ihn zu bekommen. Oft sind es schöne Worte, grosse Pläne, liebevolle Absichten. Manchmal stimmt dies alles, manchmal nicht.
Es gehört zur Realität, dass Züchter getäuscht werden können. Dass man Menschen sein Herz öffnet und später nichts mehr hört. Keine Rückmeldung, kein Foto, kein Kontakt. Das ist schwer. Denn mit jedem Welpen gibt man auch ein Stück Vertrauen ab. Doch auch das gehört zur Verantwortung:
Loslassen, hoffen, akzeptieren.
Ein Hund aus meiner Zucht soll ein Familienmitglied sein und doch bleibt er nicht für immer bei mir. Ich wünsche mir den Kontakt, aber ich fordere ihn nicht ein. Ich lerne zu vertrauen, nicht blind, sondern wachsam. Auch das ist Teil dieses Weges.
Nur wer hinsieht, kann verstehen und begreifen, dass Zucht weit mehr ist als ein Plan, mehr ist als ein Stammbaum, mehr ist als Worte.