Amy vom Heldenkreuz – 06.01.2015
Der Anfang
Amy kam zu mir, als sich mein lang ersehnter Wunsch nach einem Malinois erfüllte. Der Beginn einer besonderen Reise. Ich hatte mich jahrelang vorbereitet, gelesen, überlegt und dann stand sie da. Klar, ruhig, präsent. Eine Hündin, die mir das Leben leicht gemacht hat. In einem Moment, wo alles noch ungewiss war. Viele Sportler hätten sich mehr Trieb, mehr Härte gewünscht. Ich nicht, für mich war Amy genau richtig. Standfest, ausgeglichen, menschenbezogen, mit einer Souveränität, die nicht provoziert, sondern führt. Durch sie begann meine Reise in die Welt des Hundesports. Begonnen hatten wir mit der Lawinensuche, doch schon bald fanden wir unseren Schwerpunkt im IGP-Bereich (Fährte, Unterordnung, Schutzdienst) Bereich. Was mich an diesem Sport faszinierte, war die Vielseitigkeit, die Präzision, das gemeinsame Wachsen.
Und doch: Mit dem Heranwachsen und zunehmenden Alter wollte ich Amy diese körperliche Belastung nicht mehr zumuten. So sind wir gemeinsam weitergezogen, mit leichterem Gepäck, aber nicht weniger Herz. Mantrailing wurde in ihrem achten Lebensjahr zu unserer neuen Aufgabe. Eine Arbeit mit Sinn, mit Tiefe, die ihr Freude machte und mir ebenso.
Wir sind gereist, haben geprüft, erlebt, gelernt. Und dabei habe ich nicht nur etwas über Sport gelernt, sondern über Beziehung, über Vertrauen und über Verbundenheit. Mit Amy ist gewachsen, was ich heute lebe. Aus der Verbindung zu ihr entstand nicht nur die Freude am gemeinsamen Tun, sondern auch der Wunsch, ihre Linie weiterzutragen. Sie war eine stolze Mutter, eine Vorbildmutter. Souverän in jeder Aufgabe, mit Liebe, Klarheit und dieser stillen Stärke, die sie von Anfang an getragen hat.
Amy ist.
Sie ist nicht Vergangenheit. Sie ist Ursprung. Sie ist mein Gegenüber, meine Begleiterin, mein Anfang. Und auch jetzt, wo sie ihre wohlverdiente Pension geniesst, bleibt sie Wächterin, leise, wachsam, tief verbunden.

Nicht die Leistung hat uns verbunden, sondern das Vertrauen, das blieb.